XOPQBNMKK
Herzlich Willkommen!
Auch 2017 wird es keine Brücke geben PDF Drucken E-Mail

Die schönen Salzachauen im Tittmoninger Becken bleiben auch 2017 erhalten:
Bislang konnten wir mit unseren etwa 500 Mitgliedern gemeinsam den Bau der Brücke verhindern. Offensichtlich ruhen derzeit alle konkreten Pläne, eine Salzachbrücke zu errichten. Das Ziel des Vereins wäre somit eigentlich erreicht. Der Fortbestand wurde diskutiert. Dies schrieb auch die Südostbayerische Rundschau am 17.11.2016. Doch wir trauen dieser Ruhe nicht und bleiben weiterhin für den Erhalt der Salzachauen im Tittmoninger Becken wachsam. Der Verein wird daher weiterbestehen.

Salzachidylle bei Laufen
(Die Salzach bietet viele sehr schöne Plätze zum Verweilen und ist wertvoller Lebensraum unzähliger geschützter Pflanzen und Tiere)

 
Brücke bislang verhindert - Verein bleibt bestehen... PDF Drucken E-Mail

Von Salzachbrücken und "Fischschredderanlagen" - Jahreshauptversammlung von "Vernunft statt Salzachbrücke e. V."
Fortbestand des Vereins diskutiert...


Fridolfing. Die Mitglieder des Vereins "Vernunft statt Salzachbrücke" trafen sich zwar ausgerechnet zum Faschingsstart am 11.11.2016 zu ihrer Jahreshauptversammlung, doch der 1. Vorsitzende Sepp Frech stellte gleich schmunzelnd fest: "Das ist aber keine Faschingsveranstaltung!" Nach der Begrüßung und dem Totengedenken übergab Frech das Wort an den Kassenwart Stephan Obermayer, der den Kassenbericht vortrug. Es habe in letzter Zeit nicht viel zu tun gegeben, also sei in der Kasse nicht viel passiert, so Obermayer. So war es nur eine Formsache, dass Kassenwart und Kassenprüfer von der Versammlung einstimmig entlastet wurden. Frech bat darum, dass die Diskussion, wie es mit dem Verein weitergehen soll, vorgezogen werde, da sich damit wohl andere Tagesordnungspunkte von selbst erledigen würden. Dem stimmten alle Mitglieder zu und jeder sagte seine Meinung zu einer eventuellen Auflösung des Vereins.

Diskussion um den Fortbestand des Vereins...

Frech merkte an: "Die rund 500 Mitglieder des Vereins haben alle an einem Strang gezogen. Die Salzachbrücke bei Kelchham wird nicht kommen." Somit sei das Vereinsziel eigentlich zu hundert Prozent erreicht. Es kristallisierte sich jedoch heraus, dass fast alle Mitglieder der Meinung waren, dass man sich auf diese eingekehrte Ruhe beim Thema Salzachbrücke nicht verlassen könne. Schließlich seien andere Standorte nach wie vor in der Diskussion. Eine Neugründung des Vereins sei sehr schwierig und es sei nicht abzusehen, dass man auf die Schnelle wieder so viele engagierte Leute zusammenbekomme. Ilse Englmaier unterstützte diese Einstellung. "Solange das Projekt nicht offiziell aufgegeben wird, muss der Verein bestehen bleiben." Man müsse bereit sein, falls jemand dieses Projekt wieder aufleben lassen wolle.

Verein bleibt bestehen. Wir bleiben für alle Fälle wachsam...

Sie führte als Beispiel die geplante Brücke bei Triebenbach an, deren Bau an diesem Standort nachweislich weder sinnvoll noch rechtlich durchsetzbar wäre. Trotzdem sei sie noch im Bundesverkehrswegeplan gelistet, weil man es wohl "nicht übers Herz gebracht" habe, sie herauszustreichen. Die Verkehrspolitik übe also weiterhin Druck aus, auch wenn manche Projekte derzeit ruhten. Ein weiteres Mitglied meinte, eine Auflösung sei ein "fatales Signal". Nicht, dass jemand auf die Idee käme: "Jetzt haben sie endlich aufgegeben." Ein von der Salzachbrücke direkt betroffener Anlieger aus Kelchham bekundete, er sei froh, dass man nichts mehr von der Brücke höre, jedoch sei auch er davon überzeugt, dass man den Verein fortbestehen lassen sollte. Ilse Englmaier gab zu bedenken, dass ja auch noch weitere Bauvorhaben an der Salzach geplant seien wie zum Beispiel mehrere Wasserkraftwerke. Der Vorsitzende Sepp Frech ergänzte, dass sich der Verein gemäß Satzung auch dieser Thematik annehmen dürfe. Bei der anschließenden Abstimmung waren sich alle Mitglieder einig, den Verein weiter bestehen zu lassen. Einstimmig wurde die Satzungsänderung beschlossen, die ordentliche Hauptversammlung nur noch alle zwei Jahre abzuhalten. Da der Verein nun weiter bestehen bleibt, musste für den kürzlich verstorbenen zweiten Rechnungsprüfer Hannes Obermayer ein Ersatz gefunden werden. Dr. Jakob Wagner stellte sich sofort zur Verfügung und wurde einstimmig für dieses Amt gewählt.

Salzachidylle
(Foto: Die Salzach einmal aus einem anderen Blickwinkel wie hier bei Laufen)

Geplante Sanierungsmaßnahmen an der Salzach im Tittmoninger Becken...

Im Anschluss informierte Ilse Englmaier die Anwesenden über die geplanten Sanierungsmaßnahmen an der Salzach im Tittmoninger Becken. Zwischen 2011 und 2014 sei eine Prüfung von insgesamt fünf Varianten durchgeführt worden, über die sie als Mitglied eines sogenannten „nichtamtlichen Resonanzteams“ regelmäßig informiert worden sei.

Bei Variante A, auch als „Aufweitungsvariante“ bezeichnet, soll das Flussbett von 100m auf ca. 180 m verbreitert werden, ergänzt durch den Bau von vier Rampen und Umgehungsgerinnen.

Bei Variante B soll das Flussbett nur auf 140 m aufgeweitet und insgesamt fünf Rampen samt Umgehungsgerinnen gebaut werden. Da die Aufweitung in beiden Fällen weitgehend eigendynamisch erfolgen soll, könne es bis zu hundert Jahre dauern bis sich der gewünschte Zustand einstellt.

Auf massiven politischen Druck seien zudem die beiden „Energie-Varianten“ E1 mit drei Wasserkraftwerken und E2 mit zwei Wasserkraftwerken in die Prüfung aufgenommen worden. Beide seien mit der Aufweitung auf 140 m vergleichbar mit Variante B. Bei E1 ist der österreichische Energiekonzern VERBUND der Investor. Hier sollen drei neu konzipierte „Fließgewässerkraftwerke“ vier der Rampen der Variante B ersetzen. Bei E2 handelt es sich um ein Projekt der „Bürgerkraftwerke Salzach GmbH (BKS), bei dem an zwei der insgesamt fünf geplanten Rampen je ein sogenanntes „Buchtenkraftwerk“ errichtet werden soll.

Die fünfte Variante C, auch „Naturflussvariante“ genannt, wurde auf Veranlassung der oberösterreichischen Landesumweltanwaltschaft konzipiert als Reaktion auf den massiven Druck der bayerischen Staatsregierung, die unbedingt die E1-Variante durchsetzen wolle, so Englmaier. Neben einer Aufweitung auf ca. 180 m im Schnitt soll die Wiederherstellung mehrerer Seitenarme für einen breiten Abfluss des Wassers sorgen und damit das Hochwasserrisiko deutlich minimieren. Zudem wird weitestgehend auf Rampen verzichtet, da sie unnatürliche Querbauwerke darstellen, die die notwendige Durchgängigkeit für Wanderfische blockieren und die Flussökologie maßgeblich beeinträchtigen. Die Naturflussvariante werde von allen Naturschutz- und Fischereiverbänden beiderseits der Grenze besonders unterstützt, weil sie nicht nur eine möglichst naturnahe Sanierung der Salzach ermögliche, sondern auch mit ca. 20 Jahren Entwicklungszeit am schnellsten ihr Ziel erreiche. Das Ergebnis der Variantenprüfung wurde der deutsch-österreichischen Gewässerkommission vorgelegt, die ihrerseits empfahl, nur noch die Planungen für die Aufweitungs- bzw. für die E1-Variante weiterzuverfolgen, bis endgültig eine Entscheidung für eine Sanierungsvariante fällt. Ilse Englmaier wunderte sich über die Empfehlung der E1-Variante, da doch bei der Prüfung mehrfach auf deren hohes „Genehmigungsrisiko“ hingewiesen worden sei.

Die untere Salzach sei sowohl in Bayern als auch in Österreich Europäisches Schutzgebiet, so dass Wasserkraftnutzung insbesondere zum Schutz der Fische verboten sei. Auch moderne Wasserkraftwerke seien nach wie vor "Fischschredderanlagen", da Fische immer mit der Hauptströmung schwimmen, so dass sie unweigerlich zu den Turbinen geleitet und dort getötet würden. Auch die Wasserrahmenrichtlinie, quasi das europäische Wasserrecht, verbiete einen solchen Eingriff in ein Fließgewässer wie die Salzach. Ein weiterer Punkt sei die längst erwiesene Unwirtschaftlichkeit einer Wasserkraftnutzung an der unteren Salzach. Eine ausreichende Stromgewinnung sei hier nur von April bis August möglich, da nur dann der Fluss genug Wasser führe. Aber in dieser Zeit verfüge man über genug Solarstrom. In den restlichen Monaten sei der Wasserstand für eine nennenswerte Stromgewinnung viel zu niedrig. Das könne man nun mal nicht wegdiskutieren. Schmunzelnd merkte Englmaier an, dass eine dieser geplanten Rampen "zufällig" bei Kilometer 33,8 geplant sei. Dies sei genau die Stelle, an der die Salzachbrücke ursprünglich vorgesehen war. Und da läge doch der Gedanke nahe: "Wenn die Rampe eh‘ hier gebaut wird, kann man das doch gleich mit einem Brückenbauwerk verbinden..." Schon allein deshalb sei ihrer Meinung nach das Fortbestehen des Vereins sehr gerechtfertigt.


Beim Punkt Wünsche und Anträge bat Kassenwart Stephan Obermayer, das Girokonto des Vereins aufzulösen und das vorhandene Guthaben auf ein Sparkonto einzuzahlen, um Kosten zu sparen. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Um diese Änderung in die Satzung aufzunehmen, will der Vorsitzende Sepp Frech alle hier nicht anwesenden Mitglieder per e-mail zur Abstimmung auffordern. Wenn es keine Einwände gebe, werde die Satzungsänderung beschlossen.


 
Für 2017 wünschen wir allen Glück, Gesundheit und Frieden! PDF Drucken E-Mail

Auch im Jahr 2017 werden die Salzachauen vor drastischen und zerstörerischen Eingriffen im Tittmoninger Becken noch verschont.
Sollte sich etwas Neues ergeben, dann werden wir natürlich im Laufe des Jahres darüber berichten. Leider ist der Brückenbau noch nicht abgesagt. Wir bleiben wachsam und wünschen allen ein glückliches, gesundes und friedliches 2017!

 
Wir trauern um unseren Vorstandsvorsitzenden Hannes Obermayer PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 08. September 2016 um 07:53 Uhr


Wir trauern um unseren Vorstandsvorsitzenden Hannes Obermayer

Liebe Mitglieder!
Mit Bestürzung haben wir vom plötzlichen Tod unseres Vorstandsvorsitzenden Johannes Obermayer erfahren, der im 60. Lebensjahr plötzlich bei einer Radtour in den Bergen verstorben war.

Er war Gründungsmitglied und aktiver Beisitzer im Vorstand. Sein Engagement, sein Sachverstand und seine große Hilfsbereitschaft haben wesentlich zum Aufbau der Bürgeriniative beigetragen. In Dankbarkeit wollen wir uns von ihm verabschieden: Möglichkeiten dazu gibt es am Mittwoch, den 7. September um 19 Uhr bei der Beisetzung und am Donnerstag, 8. September um 10 Uhr in der Kirche in Tettenhausen.


In Betroffenheit und tiefer Trauer
Sepp Frech

 
Salzachauen auch 2016 noch verschont... PDF Drucken E-Mail

Tittmoninger Salzachbecken bleibt vorerst verschont...

Auch im Jahr 2016 werden die Salzachauen vor drastischen und zerstörerischen Eingriffen im Tittmoninger Becken noch verschont.
Über aktuelle Planungen und Alternativen berichten wir hier im Laufe des Jahres. Leider ist der Brückenbau noch nicht abgesagt. Wir bleiben wachsam!

 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 6